ESG und der Finanzmarkt: Warum Banken zunehmend ESG-Daten und -Strategien verlangen (müssen)

Die aufsichtsrechtlichen Vorgaben für europäische Banken hinsichtlich ESG-Risiken verschärfen sich.
  • Die Kapitalrahmenrichtlinie VI (EU 2024/1619) verlangt von Banken, prudenzielle Transitionspläne (PTP) zu erstellen. Österreich ist aktuell dabei, diese Richtlinie im Bankwesengesetz umzusetzen – ein entsprechender Ministerialentwurf ist in Begutachtung.
  • Das heißt, Banken müssen gegenüber ihrer Aufsicht beweisen, dass sie ihre ESG-Risiken im Griff haben (v.a. klima- und naturbezogene Risiken), also in Hinblick auf verschiedene Szenarien (inkl. Net Zero) angemessen überwachen, bewerten und managen. Banken müssen ihre finanzierten Treibhausgasemissionen nach Sektoren und Scopes, die Exposition gegenüber klimaintensiven Sektoren und physischen Klimarisiken ermitteln und Parameter für einen Portfolioabgleich zu Abweichungen von Klimaneutralitätszielen gegenüber der Aufsicht berichten.
  • In diesem Kontext erstellte die Europäische Bankenaufsicht (EBA) entsprechende Leitlinien zum Management von ESG-Risiken.
  • Für signifikante Finanzinstitutionen gelten die Vorgaben seit Jänner 2026, für kleinere Banken ab Jänner 2027. Im ersten Jahr soll ein Dialog zwischen Aufsicht und Banken stattfinden, aber die EZB hat angekündigt, dass die Aufsicht zunehmend strenger werden soll. Im vergangenen Jahr hat die EZB bereits zwei Banken für mangelhaftes Klimarisikomanagement sanktioniert.
  • Die Erwartung: ESG wird integraler Bestandteil von Kapitalallokation, Bankensteuerung und Risikomanagement. Das ESG-Profil von Gegenparteien wird zunehmend in Kreditentscheidung und Pricing einfließen.

Was bedeutet das für Unternehmen mit Finanzierungsbedarf?

  • Niedrigere Kapitalkosten

    Bessere ESG-Performance erleichtert Zugang und führt zu tendenziell niedrigeren Kapitalkosten
  • Zugang zu speziellen Finanzierungstools

    Sustainability-linked LoansTransition FinanceGreen Bonds
  • Wettbewerbsvorteile

    Frühzeitige Positionierung und aktiver Dialog machen Sie zu einer attraktiven Gegenpartei

Beantwortung der zentralen Frage: Wie resilient und transformierbar ist unser Geschäftsmodell im ESG-Kontext?

  • Resilienz in verschiedenen Szenarien: Wie wirken sich CO₂-Preis oder Nachfrageveränderungen auf das Geschäftsmodell aus? Besteht ein Stranded-Asset-Risiko?
    Voraussetzung: Szenarioanalyse inkl. Schätzungen zu finanziellen Effekten
  • Integration in Strategie & Governance: Inwieweit sind ESG-Faktoren in Strategie und Finanzsteuerung integriert?

Mögliche Finanzierungsinstrumente/-schwerpunkte:

  • Transition Finance: Banken haben mitunter Interesse, Transitions- bzw. Dekarbonisierungsvorhaben zu finanzieren. 
    Voraussetzung: Glaubwürdiger Transformationspfad inkl. Investitionsplanung und realistischer, messbarer Ziele
  • Spezialisierte Instrumente: Sustainability-Linked Loans (Zins gekoppelt an ESG-Kennzahlen), Green Bonds etc.

Solide Nachhaltigkeitsberichterstattung als Basis

  • Nachhaltigkeitsbericht nach etabliertem Framework 
    (z.B. VSME, IFRS-SDS oder ESRS)
  • Aktuelle Informationen zu wesentlichen Nachhaltigkeitsauswirkungen, -risiken und -chancen:
    • Exposition gegenüber physischen Klimarisiken
    • Exposition gegenüber Übergangsrisiken (zB CO2-Preise)
    • Mögliche klimabezogene Chancen
  • Belastbare Daten:
    • Energieverbrauch und Energiemix
    • Treibhausgasemissionen
    • Ggf. Dekarbonisierungsziele und -pfad inkl. CapEx

Wie Forvis Mazars Sie unterstützt

Qualitätscheck Bericht & Daten

  • Wir evaluieren Ihren Nachhaltigkeitsbericht und die relevanten ESG-Daten hinsichtlich Vollständigkeit, Qualität, Plausibilität, Nützlichkeit für Banken und Konformität mit etablierten Frameworks (z.B. ESRS, VSME, GHG Protocol etc.).
  • Diesen Qualitätscheck führen wir je nach Wunsch entweder als freiwillige Prüfung inkl. Zusicherungsvermerk oder als prüferische Durchsicht (ohne Zusicherungsvermerk) durch.

 

ESG Due Diligence

  • ESG Due Diligence verbindet nichtfinanzielle Faktoren mit klassischen Werttreibern und macht mögliche direkte und indirekte Risiken und Chancen sichtbar.
  • ESG-Risiken wirken auf:
    • Umsatzstabilität (Kundenanforderungen, Green Public Procurement)
    • Kostenstruktur (Energiekosten, CO2-Preise, Naturkatastrophenrisiken)
    • CapEx-Bedarf (Sanierungen, Dekarbonisierungsaufwand)
    • Finanzierungskosten (Kreditzinsen; Chancen für Green Financing)
    • Reputations- und Wertschöpfungskettenrisiken
  • Wir durchleuchten gerne Ihr Unternehmen und geben Ihnen gezielte Empfehlungen. Umfang, Fokus und Tiefe nach Ihren Wünschen.