“What matters now is agility. Businesses need to be able to pivot quickly when shocks hit, which is expected to happen in 2026 as the actual economic impact of trade and geopolitical tensions begins to surface.”
George Lagarias Chief Economist
Gewöhnen wir uns an die Unsicherheit – sie wird 2026 nicht verschwinden. Der globale Paradigmenwechsel, in den Führungskräfte derzeit eintreten, erfordert echte Flexibilität in allen Bereichen strategischer Wachstumspläne, um die finanziellen und wirtschaftlichen Nachwirkungen der vergangenen zwölf Monate abfedern zu können.
Die Zuversicht steigt – selbst während die Unsicherheit zunimmt. Das überrascht grundsätzlich nicht, doch das Ausmaß des Optimismus, den Führungskräfte zu Beginn des Jahres 2026 zeigen, ist bemerkenswert. Hinter diesem Anstieg liegt eine Unternehmenswelt, die sich langsam aus extremer Volatilität, geopolitischer Fragmentierung und technologischer Disruption herausarbeitet – deren volle Folgen jedoch noch nicht absehbar sind. Handel und Zölle sind hier die offensichtlichsten Bereiche, doch ebenso sehen wir, dass nur 48 % der Organisationen davon überzeugt sind, mit KI den bestmöglichen Mehrwert zu erzielen, und lediglich 30 % erwarten, dies bereits im kommenden Jahr zu erreichen.
Wir müssen die Welt als dauerhaft disruptiv akzeptieren. Es ist ein deutlicher Warnhinweis und steht in starkem Kontrast zu den steigenden Zuversichtswerten. Anpassungsfähigkeit, nicht bloße Resilienz, wird im kommenden Jahr das entscheidende Merkmal erfolgreicher Organisationen sein.
Die globale Wirtschaftsordnung verschiebt sich vom „Washington Consensus“ hin zu einer multipolaren Realität. Handelskriege, Zölle und regulatorische Fragmentierung sind längst keine vorübergehenden Störfaktoren mehr, sondern strukturelle Bausteine der neuen, zunehmend komplexen Unternehmenslandschaft. Führungskräfte, die auf eine schnelle Rückkehr zur Globalisierung der Vor‑2020‑Ära setzen, riskieren erhebliche strategische Fehlentscheidungen.
Zölle verdeutlichen diesen Wandel besonders stark. Wurden sie zunächst als kurzfristige politische Manöver abgetan, sind sie inzwischen Teil eines viel umfassenderen geopolitischen Wettstreits – insbesondere zwischen den USA und China im Rennen um technologische Vorherrschaft, der neuen Form des „Space Race“.
Gerade in den Lieferketten entscheidet sich, wie anpassungsfähig ein Unternehmen wirklich ist und damit sein Erfolg. Nachhaltigkeitsanforderungen, Druck durch Zölle und zunehmende Regionalisierung erschweren das Management globaler Netzwerke erheblich. Schon zuvor war es herausfordernd genug, Lieferketten sowohl nachhaltig als auch zuverlässig zu gestalten. Mit neuen Beschränkungen und Handelskonflikten, die zunehmend auch Drittstaaten betreffen, wird diese Aufgabe noch komplexer.
Die Prognosen für 2026 deuten auf ein moderates globales Wachstum hin – rund 2 % in den USA und etwa 1 % in Europa. Gleichzeitig überwiegen jedoch die Abwärtsrisiken. Inflationsdruck könnte ab April erneut steigen, wenn der dämpfende Effekt niedriger Ölpreise nachlässt. Arbeitsmarkttrends bleiben in den wichtigsten Volkswirtschaften schwach, und geopolitische Schocks könnten fragile Erholungsphasen rasch wieder zum Erliegen bringen.
Für 2026 und darüber hinaus stehen Führungskräfte vor einer anspruchsvollen Aufgabe, die Entschlossenheit verlangt. Entscheider:innen müssen bereit sein, mutige strategische Schritte zu setzen und zugleich an geeigneten Stellen Kräfte zu bündeln. Eines ist jedoch eindeutig: Anpassungsfähigkeit ist nicht länger eine Option. Sie ist existenziell für jede strategische Planung, die in einem zunehmend kompetitiven Umfeld bestehen und erfolgreich wachsen will.
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