Zudem fühlen sich viele Unternehmen von der Größenordnung technologischer Transformationen und KI-getriebener Projekte überfordert. Dabei lassen sich häufig schon mit kleinen Veränderungen spürbare Fortschritte erzielen. Einfache Maßnahmen wie die Automatisierung manueller Zahlungsprozesse oder die Integration von Daten in Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systeme können Prozesse deutlich verbessern. Wer mit kleinen, schrittweisen Technologieprojekten beginnt und deren Nutzen sichtbar macht, schafft Vertrauen und zeigt den Mehrwert auf – eine wichtige Grundlage, um umfangreichere Transformationsvorhaben erfolgreich umzusetzen.
Erst Mehrwert nachweisen, dann skalieren – mit der nötigen Sorgfalt
Der Wettbewerb um den Einsatz von KI verändert Unternehmen auf allen Ebenen. Zwei Drittel der C-Suite-Führungskräfte im Manufacturing-Sektor geben an, dass Künstliche Intelligenz ihr Unternehmen maßgeblich beeinflusst – ein Anstieg um 16 Prozentpunkte seit 2025. Vier von fünf Unternehmen haben ihre Teams bereits neu aufgestellt, um KI zu implementieren.
Die Nutzung von KI ist in vielen Unternehmen bereits weit verbreitet, wobei operative Optimierung und Automatisierung für Führungskräfte im Manufacturing-Sektor im Vordergrund stehen. Gleichzeitig befinden sich viele noch in einer frühen Phase der Umsetzung.
Um effizient voranzukommen, sollten die Unternehmen gezielte Anwendungsfälle entwickeln, die sich an den wesentlichen Geschäftsanforderungen orientieren, und deren Mehrwert vor der Skalierung nachweisen. Ein strategisches und zugleich sorgfältiges Vorgehen bei der KI-Einführung hilft außerdem, kostspielige Fehler zu vermeiden.
Die Resilienz der Lieferkette hat weiterhin höchste Priorität
Die Ergebnisse des C-Suite-Barometers zeigen: In der Lieferkette setzen Führungskräfte im Manufacturing-Sektor vor allem auf die Integration neuer Technologien und den Ausbau ihrer Aktivitäten in bestehenden Märkten.
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie bleibt es für Unternehmen im Manufacturing-Sektor weiterhin wichtig, ihre Lieferantenbasis zu diversifizieren und Abhängigkeiten von einzelnen oder unsicheren Regionen zu reduzieren – zumal der Druck durch geopolitische Spannungen, Zölle und weitere globale Entwicklungen stetig zunimmt. Um Störungen vorzubeugen und Risiken zu minimieren, gewinnen Nearshoring-Strategien und der Aufbau lokaler Lieferantennetzwerke zunehmend an Bedeutung.
Auch die steigenden Preise machen sich bemerkbar. Während viele Hersteller die gestiegenen Lieferantenkosten an ihre Kunden weitergeben müssen, bemühen sie sich gleichzeitig um Effizienzsteigerungen und überarbeiten ihre Produkte, um dem Preisdruck zu begegnen und die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten nach Möglichkeit zu verringern.
Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in unsicheren Zeiten meistern
Obwohl der Optimismus hinsichtlich der Wachstumsaussichten im Vergleich zu früheren Ergebnissen des C-Suite-Barometers leicht zurückgegangen ist, bleibt er unter den Führungskräften im verarbeitenden Gewerbe weiterhin relativ hoch. Als größte externe Herausforderungen für das Wachstum gelten wirtschaftliche Unsicherheit und zunehmender Wettbewerb. Als Reaktion auf Störungen im globalen Handel setzen viele Unternehmen verstärkt auf die Diversifizierung ihrer Ressourcen. Mehr als die Hälfte der Organisationen strebt zudem eine Konsolidierung ihrer Dienstleistungen an.
Für viele Unternehmen ist es eine Frage des Überlebens: Sie müssen lernen, in einem Geschäftsumfeld zu bestehen, das von ständiger Unsicherheit geprägt ist. Infolgedessen verfolgen einige Hersteller einen konservativen Ansatz und schrauben ihre Expansionsziele zurück, um ihre Bilanzen zu sichern.
Dort, wo weiterhin starke Wachstumschancen bestehen, treiben Unternehmen im Manufacturing-Sektor ihre Expansion voran und bemühen sich aktiv um Fusionen und Übernahmen. Insbesondere große Infrastrukturprojekte in den Bereichen Technologie, KI und Energie eröffnen weiterhin neue Geschäftsmöglichkeiten. Gleichzeitig verfolgen viele Führungskräfte zunehmend einen vorsichtigen Kurs, um sich auf einen erwarteten Rückgang der Infrastrukturausgaben einzustellen.
Wie C-Level-Führungskräfte wettbewerbsfähig bleiben können
Mit der Weiterentwicklung der Manufacturing-Landschaft erfordert das Erzielen von Wettbewerbsvorteilen ein hohes Maß an Agilität sowie gezielte, strategische Anpassungen. Steigende Kosten und das Risiko, durch KI verdrängt zu werden, erfordern ein kluges Vorgehen. In diesem Umfeld kann es sogar zum Nachteil werden, stets an der technologischen Spitze zu stehen.