Technologische Transformation: Worauf es im Manufacturing-Sektor jetzt ankommt

Unser aktuelles C-Suite-Barometer zeigt, dass Künstliche Intelligenz, Datensicherheit und operative Agilität den größten Einfluss auf den Erfolg technologischer Transformationen im Manufacturing-Sektor haben werden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat ein maßgeschneiderter Ansatz für Veränderungen für Führungskräfte auf C-Level heute höchste strategische Priorität.

Zwar bezeichnen 53 % der Befragten im C-Suite-Barometer aus dem Manufacturing-Sektor KI als ihre wichtigste Investitionspriorität. Entscheidend ist jedoch, dass ihr Einsatz konsequent an den geschäftlichen Anforderungen ausgerichtet wird, um Mehrwert zu schaffen und einen Return on Investment (ROI) zu sichern. Priorität haben dabei die Vernetzung hochqualitativer Daten sowie der Aufbau belastbarer Governance-Strukturen – nur so lassen sich kostspielige Risiken vermeiden und regulatorische Anforderungen sicher erfüllen.

Diese Herausforderungen werden noch dadurch verschärft, dass sich die Unternehmen im Manufacturing-Sektor in unterschiedlichen Phasen der KI-Einführung befinden. Einige Organisationen setzen bei Projekten wie der Qualitätskontrolle stark auf KI, um Produktionsfehler praktisch auf null zu reduzieren, während andere gerade erst ermitteln, wie sie die Technologie in grundlegender Form umsetzen können.

Mit solider Datenbasis starten und gezielt skalieren

Auch wenn viele Unternehmen den Einsatz von KI und Automatisierung aktiv vorantreiben möchten, bremst die mangelnde Datenqualität noch den Fortschritt. Zunächst sind interne Maßnahmen notwendig, um Kunden-, Kosten- und Produktionsdaten zu verbessern. Nur so lassen sich Automatisierungs- und KI-Tools effektiver nutzen und das Vertrauen in entsprechende Transformationsprojekte stärken.

Frank Jungblut

„Technologische Transformation führt häufig zu Stillstand statt zu Fortschritt. Ein Teil unserer Aufgabe als Berater*innen besteht darin, unsere Mandanten vom Planen ins Handeln zu bringen. Indem wir sie dazu ermutigen, mit konkreten, umsetzbaren Schritten zu starten, lassen sich selbst anspruchsvolle Technologievorhaben in erreichbare Ziele überführen – der erste Schritt ist dabei entscheidend.“

Dr. Frank Jungblut Partner, Group Head of Manufacturing

Zudem fühlen sich viele Unternehmen von der Größenordnung technologischer Transformationen und KI-getriebener Projekte überfordert. Dabei lassen sich häufig schon mit kleinen Veränderungen spürbare Fortschritte erzielen. Einfache Maßnahmen wie die Automatisierung manueller Zahlungsprozesse oder die Integration von Daten in Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systeme können Prozesse deutlich verbessern. Wer mit kleinen, schrittweisen Technologieprojekten beginnt und deren Nutzen sichtbar macht, schafft Vertrauen und zeigt den Mehrwert auf – eine wichtige Grundlage, um umfangreichere Transformationsvorhaben erfolgreich umzusetzen.

Erst Mehrwert nachweisen, dann skalieren – mit der nötigen Sorgfalt

Der Wettbewerb um den Einsatz von KI verändert Unternehmen auf allen Ebenen. Zwei Drittel der C-Suite-Führungskräfte im Manufacturing-Sektor geben an, dass Künstliche Intelligenz ihr Unternehmen maßgeblich beeinflusst – ein Anstieg um 16 Prozentpunkte seit 2025. Vier von fünf Unternehmen haben ihre Teams bereits neu aufgestellt, um KI zu implementieren.

Die Nutzung von KI ist in vielen Unternehmen bereits weit verbreitet, wobei operative Optimierung und Automatisierung für Führungskräfte im Manufacturing-Sektor im Vordergrund stehen. Gleichzeitig befinden sich viele noch in einer frühen Phase der Umsetzung.

Um effizient voranzukommen, sollten die Unternehmen gezielte Anwendungsfälle entwickeln, die sich an den wesentlichen Geschäftsanforderungen orientieren, und deren Mehrwert vor der Skalierung nachweisen. Ein strategisches und zugleich sorgfältiges Vorgehen bei der KI-Einführung hilft außerdem, kostspielige Fehler zu vermeiden.

Die Resilienz der Lieferkette hat weiterhin höchste Priorität

Die Ergebnisse des C-Suite-Barometers zeigen: In der Lieferkette setzen Führungskräfte im Manufacturing-Sektor vor allem auf die Integration neuer Technologien und den Ausbau ihrer Aktivitäten in bestehenden Märkten.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie bleibt es für Unternehmen im Manufacturing-Sektor weiterhin wichtig, ihre Lieferantenbasis zu diversifizieren und Abhängigkeiten von einzelnen oder unsicheren Regionen zu reduzieren – zumal der Druck durch geopolitische Spannungen, Zölle und weitere globale Entwicklungen stetig zunimmt. Um Störungen vorzubeugen und Risiken zu minimieren, gewinnen Nearshoring-Strategien und der Aufbau lokaler Lieferantennetzwerke zunehmend an Bedeutung.

Auch die steigenden Preise machen sich bemerkbar. Während viele Hersteller die gestiegenen Lieferantenkosten an ihre Kunden weitergeben müssen, bemühen sie sich gleichzeitig um Effizienzsteigerungen und überarbeiten ihre Produkte, um dem Preisdruck zu begegnen und die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten nach Möglichkeit zu verringern.

Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in unsicheren Zeiten meistern

Obwohl der Optimismus hinsichtlich der Wachstumsaussichten im Vergleich zu früheren Ergebnissen des C-Suite-Barometers leicht zurückgegangen ist, bleibt er unter den Führungskräften im verarbeitenden Gewerbe weiterhin relativ hoch. Als größte externe Herausforderungen für das Wachstum gelten wirtschaftliche Unsicherheit und zunehmender Wettbewerb. Als Reaktion auf Störungen im globalen Handel setzen viele Unternehmen verstärkt auf die Diversifizierung ihrer Ressourcen. Mehr als die Hälfte der Organisationen strebt zudem eine Konsolidierung ihrer Dienstleistungen an.

Für viele Unternehmen ist es eine Frage des Überlebens: Sie müssen lernen, in einem Geschäftsumfeld zu bestehen, das von ständiger Unsicherheit geprägt ist. Infolgedessen verfolgen einige Hersteller einen konservativen Ansatz und schrauben ihre Expansionsziele zurück, um ihre Bilanzen zu sichern.

Dort, wo weiterhin starke Wachstumschancen bestehen, treiben Unternehmen im Manufacturing-Sektor ihre Expansion voran und bemühen sich aktiv um Fusionen und Übernahmen. Insbesondere große Infrastrukturprojekte in den Bereichen Technologie, KI und Energie eröffnen weiterhin neue Geschäftsmöglichkeiten. Gleichzeitig verfolgen viele Führungskräfte zunehmend einen vorsichtigen Kurs, um sich auf einen erwarteten Rückgang der Infrastrukturausgaben einzustellen.

Wie C-Level-Führungskräfte wettbewerbsfähig bleiben können

Mit der Weiterentwicklung der Manufacturing-Landschaft erfordert das Erzielen von Wettbewerbsvorteilen ein hohes Maß an Agilität sowie gezielte, strategische Anpassungen. Steigende Kosten und das Risiko, durch KI verdrängt zu werden, erfordern ein kluges Vorgehen. In diesem Umfeld kann es sogar zum Nachteil werden, stets an der technologischen Spitze zu stehen.

“Manufacturing leaders need to rethink their approach to technology transformation. Being competitive is no longer about simply acquiring cutting-edge technology: it’s about acquiring the agility to adapt emerging technology once it has been flushed out. Adapting proven digital solutions not only adds operational resilience but also helps to avoid expensive failures.”

Bryan Wright Partner and National Manufacturing Sector Leader, Forvis Mazars US

Der Erfolg hängt heute davon ab, die strategische Einführung von Technologien mit einem kalkulierten Maß an Vorsicht und einer klaren Orientierung am Markt zu verbinden. Eine belastbare digitale Blaupause ist entscheidend, um Führungskräfte im Manufacturing-Sektor durch ihre technologische Transformation zu leiten.

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