C-Suite 2026: Deutsche Wirtschaft setzt auf Künstliche Intelligenz – und sieht sich verstärkt externen Risiken ausgesetzt
- Zuversicht trotz Gegenwind: 89 % der obersten Führungsetagen in Deutschland erwarten 2026 Wachstum – trotz zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit und politischer Spannungen.
- Neue Jobs trotz Stellenabbau: 28 % der Unternehmen haben zwar Jobs durch KI ersetzt, aber 50 % berichten von neuen Stellen – und für 55 % ist KI der wichtigste Erfolgsfaktor für das Gelingen der technologischen Transformation.
- Sicherheitsgefühl trotz Risikolage: Zwei Drittel der deutschen C-Suite hält ihre Unternehmensdaten für vollständig geschützt – obwohl KI-Einsatz und Vernetzung die Angriffsflächen vergrößern.
Hamburg. Deutsche Unternehmen gehen mit bemerkenswertem Optimismus in das Jahr 2026 – und setzen dabei konsequent auf KI als zentralen Hebel für Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. 89 % der deutschen C-Suite erwarten weiteres Wachstum. Das zeigt das C-Suite-Barometer 2026 der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Forvis Mazars, für das weltweit über 3.000 Führungskräfte auf C-Level aus 40 Ländern befragt wurden. Weltweit erwarten sogar 92 % der C-Level-Führungskräfte Wachstum.
Gleichzeitig verschärft sich das Umfeld spürbar: Als größte Wachstumsbremsen nennen oberste Führungsetagen hierzulande wirtschaftliche Unsicherheit (42 %) sowie politische Spannungen bzw. Instabilität (38 %). Besonders auffällig ist der starke Anstieg des letztgenannten Wertes um 14 Prozentpunkte gegenüber 2025. Dennoch wächst das Vertrauen in die eigene Zukunftsfähigkeit: 41 % der Befragten fühlen sich gut auf wesentliche Zukunftstrends vorbereitet – nach lediglich 24 % im Jahr 2025.
„Die deutschen Unternehmen haben verstanden, dass Unsicherheit kein Ausnahmezustand mehr ist. Wer 2026 erfolgreich sein will, braucht nicht nur Resilienz, sondern die Fähigkeit, Geschäftsmodelle, Technologien und internationale Strategien permanent weiterzuentwickeln. Anpassungsfähigkeit ist zur eigentlichen Wachstumswährung geworden“, sagt Pierre Zapp, Mitglied des Management Boards von Forvis Mazars in Deutschland.
KI verändert Organisationen schneller als erwartet
KI-Technologien haben sich für Firmen in Deutschland inzwischen zum wichtigsten externen Trend entwickelt – noch vor Fachkräftemangel und Wettbewerbsdruck. Bereits 54 % der befragten Führungskräfte geben an, dass smarte Software heute einen großen Einfluss auf ihr Unternehmen hat. Das entspricht einem Anstieg um 11 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Für mehr als die Hälfte (55 %) der deutschen C-Suite ist KI sogar der wichtigste Erfolgsfaktor für das Gelingen der technologischen Transformation.
Die organisatorischen Auswirkungen sind erheblich: 79 % der deutschen Firmen haben ihre Aufbau- und Ablauforganisation bereits angepasst, um den Einsatz smarter Software zu ermöglichen. Zwei Drittel nutzen KI inzwischen für kreative Tätigkeiten sowie für Prognosen und Planungsprozesse. Entsprechend ist KI kein Pilotprojekt mehr, sondern ein strategisch und operativ relevantes Thema, das Unternehmen strukturell verändert und tief in Prozesse, Organisation und Entscheidungsfindung eingreift.
„Die deutsche Wirtschaft erlebt derzeit ein Paradox: Der Gestaltungswille vieler Führungskräfte auf C-Level ist hoch, während das Umfeld volatiler wird. Zugleich entwickelt sich die Diskrepanz zwischen technologischer Dynamik und der Governance‑Reife vieler Unternehmen zu einer der maßgeblichen Herausforderungen der kommenden Jahre. KI ist keine reine Effizienzfrage – sie ist eine Managementaufgabe, die klare Verantwortung auf Vorstandsebene erfordert“, so die Einschätzung von Pierre Zapp.
Arbeitswelt im Umbruch: KI ersetzt Jobs – und schafft neue
Die Nutzung datenbasierter Technologien verändert die Arbeitswelt in Deutschland bereits spürbar. 28 % der Führungskräfte berichten, dass durch KI Arbeitsplätze ersetzt wurden, gleichzeitig geben 50 % an, dass neue Stellen entstanden sind. Das wiederum geht mit tiefgreifenden Veränderungen von Qualifikationsprofilen, Rollenbildern und Führungsanforderungen einher.
Zugleich halten fast zwei Drittel der Befragten ihre Unternehmensdaten für vollständig geschützt, obwohl zunehmende Vernetzung, die Nutzung datengetriebener KI-Systeme sowie geopolitische Spannungen das Risikoniveau erhöhen und die Angriffsflächen für Cyber-Attacken und Governance-Verstöße erheblich ausweiten. Dieser Widerspruch zwischen objektiv wachsender Gefährdungslage und subjektivem Sicherheitsgefühl deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der deutschen Unternehmen die Risiken des KI-Einsatzes unterschätzen könnte. Auch äußern trotz der zunehmenden Bedeutung von KI lediglich 52 % der obersten Führungsetagen in Deutschland ethische oder soziale Bedenken – 11 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und 14 Prozentpunkte weniger als im globalen Durchschnitt.
Digitalisierung: Pflicht statt Kür
Mit 37 % ist die technologische Transformation die wichtigste strategische Priorität deutscher Firmen. Umstrukturierung und Kostensenkung folgen mit zusammen 27 %, während Themen wie Wettbewerb, internationale Expansion und Fachkräftemangel gemeinsam auf 24 % kommen.
65 % der Unternehmen in Deutschland verfügen zwar über eine dedizierte Strategie für die technologische Transformation, liegen damit jedoch deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 74 %. Auch bei den Investitionen zeigt sich ein klarer Fokus: 58 % der Firmen priorisieren Ausgaben für KI-Technologien – deutlich mehr als für Profitabilitäts- und Umsatzinitiativen (34 %) oder für Daten, Infrastruktur und Sicherheit (30 %). Dies unterstreicht die Schlüsselrolle von KI als Treiber für Innovation, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Entsprechend hoch sind die Renditeerwartungen: KI und Machine Learning (47 %) sowie Cybersicherheit und Risikomanagement (41 %) gelten als die Technologieinvestitionen mit dem höchsten erwarteten Return on Investment.
Weitere Ergebnisse aus dem C-Suite-Barometer 2026 finden Sie hier.
Über die Studie
Das C-Suite-Barometer 2026 „Adapting in uncertainty” untersucht die Ansichten, Herausforderungen und strategischen Prioritäten von Führungskräften auf C-Level in gewinnorientierten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Mio. USD. Dafür wurden Ende 2025 mehr als 3.000 C-Level-Führungskräfte aus 40 Ländern befragt.
Über Forvis Mazars
Forvis Mazars Group SC ist ein unabhängiges Mitglied von Forvis Mazars Global, einem führenden Professional Services-Netzwerk. Als international integrierte Partnerschaft ist die Forvis Mazars Group in über 100 Ländern und Regionen der Welt tätig und auf die Bereiche Audit & Assurance, Tax, Advisory und Consulting spezialisiert. Die Partnerschaft greift auf die Expertise und das kulturelle Know-how von mehr als 40.000 Professionals weltweit zurück, um Mandanten jeder Größe in jeder Phase ihrer Entwicklung zu unterstützen.
In Deutschland ist Forvis Mazars mit mehr als 180 Partner*innen und über 3.000 Mitarbeiter*innen an 13 Standorten vertreten und gehört mit einem Jahresumsatz von 335 Millionen Euro zu den führenden multidisziplinär aufgestellten Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. Weitere Informationen finden Sie unter forvismazars.com/de.
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