Investorengetragene Medizinische Versorgungszentren (iMVZ)
Investorengetragene MVZ
Zum Jahresende 2025 lebt die Diskussion um investorengetragene Medizinische Versorgungszentren (iMVZ) wieder auf. So fordert die Bundestagsfraktion der Grünen mit einem entsprechenden Antrag eine Reform bei Medizinischen Versorgungszentren mit dem Ziel einer vereinfachten Gründung kommunaler MVZ sowie mehr Transparenz über die Inhaber von MVZ mit Blick auf rein renditeorientierte Investoren.
Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat mit einer Titelstrecke in ihrer Mitgliederzeitung (Heft 09/10 | 25) unter der Überschrift „Kasse machen für Private Equity? – Investorenbetriebene MVZ auf dem Prüfstand“ einen weiteren Debattenbeitrag geleistet. Dabei spart die KVB nicht an Warnung und Kritik, sondern lässt neben Beiträgen zu Gefahren der Marktveränderung und Sorgen vor unzureichender Regulierung einen Augenarzt (Titel: „Kollegen sind regelrecht ausgebrannt“) und eine Hausärztin (Titel: „Patientenbehandlung im Zehn-Minuten-Takt“) zu Wort kommen, die nach ihrer Tätigkeit in iMVZ letztlich ein düsteres Bild des Renditedrucks zeichnen. Beide Ärzte bleiben anonym.
Naturgemäß kritisch wird der Beitrag der KVB vom Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) aufgefasst, der insoweit von „Stimmungsmache“ spricht. In einem offenen Brief an die KVB heißt es im Hinblick auf die Erfahrungsberichte der anonym bleibenden Ärzte u. a.: „Sofern Ärzte durch Druck gezwungen wären, Kataraktoperationen ohne Indikation durchzuführen, gehört das angezeigt und rechtlich geahndet – nicht in einem anonymen Bericht verarbeitet, um Stimmung gegen eine bestimmte Trägergruppe zu machen.“
Aufgegriffen wurde die Debatte auch in einem Beitrag des BR aus Dezember 2025, in dem Ärzte- und Zahnarztverbände aus Bayern vor einer Kommerzialisierung zu Lasten der Patienten warnen, während der BBMW mit Unverständnis reagiert und darauf verweist, dass es keine nachvollziehbaren Belege für eine Profitmaximierung auf Kosten der Patienten gebe.
Ausblick
Letztlich sind weder die Debatte, noch die unterschiedlichen Positionen neu. Laut Koalitionsvertrag wollen CDU, CSU und SPD ein Gesetz „ein Gesetz zur Regulierung investorenbetriebener Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ-Regulierungsgesetz), das Transparenz über die Eigentümerstruktur sowie die systemgerechte Verwendung der Beitragsmittel sicherstellt“ erlassen. Was sich hinter dieser Ankündigung verbirgt, bleibt abzuwarten. Über die weitere Entwicklung halten wir Sie auf dem Laufenden und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.
Autor*innen: Denise Gehrmann, Tilman Braun
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