Forvis Mazars Preismonitor Wasser 2024: Gebühren- und Preisentwicklungen der Trinkwasserversorgung in den neuen Bundesländern
Forvis Mazars Preismonitor Wasser 2024
Preis- und Gebührenanpassungen
Im Vergleich zum Vorjahr konnte festgestellt werden. dass ca. 38 Prozent der WVU für das aktuelle Jahr eine Preis- oder Gebührenerhöhung vorgenommen haben. Das entspricht in etwa dem Niveau der Anzahl der Anpassungen der Preise bzw. Gebühren des Jahres 2023 (36 Prozent). In den Jahren vor 2023 lag die Anzahl der Anpassungen noch bei ca. 15 Prozent.
Die Gebühren- und Preissteigerungen in den neuen Bundesländern lagen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich bei 6,0Prozent. In keinem der betrachteten Bundesländer konnte eine wesentliche Abweichung von der Durchschnittssteigerung festgestellt werden.
Bei der Auswertung der Daten ist deutlich geworden, dass viele WVU die aktuelle Preissituation antizipieren und ihre Kalkulationszeiträume verkürzt haben.
Mengenpreise und -gebühren
In den neuen Bundesländern haben ca. 33 Prozent aller Wasserversorger ihre Mengengebühren/-preise im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Die durchschnittliche Mengengebührpreiserhöhung stieg wie bereits im Vorjahr weiter überdurchschnittlich um ca. 29 ct/m³. Im Jahr 2023 lag die durchschnittliche Erhöhung noch bei 23 ct/m³ und im Jahr 2022 bei 13 ct/m³.
Die höchste durchschnittliche Mengengebühr ist derzeit mit ca. 2,13 €/m³ in Thüringen zu beobachten. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen, werden durchschnittlich nur 1,65 €/m³ veranschlagt.
Grundpreise und -gebühren
Nach Auswertung des Forvis Mazars Preismonitors Wasser für das Jahr 2024 bleibt die Größe der Wasserzähler der gebräuchlichste Maßstab für die (teilweise) Refinanzierung der Vorhaltekosten der Wasserversorgung.
Die folgende Grafik zeigt die durchschnittliche Grundpreis- bzw. Grundgebührenhöhe für den Wasserzähler Q3 = 4 in den neuen Bundesländern (Angaben in €/Monat netto):
Die Grundgebühren/-preise nach dem Zählermaßstab verzeichnen im Jahr 2024 im Durchschnitt einen Anstieg um 5,9 Prozent zum Vorjahr. Rund 22 Prozent aller WVU, die den Zählermaßstab anwenden, haben eine Gebühr-/Preiserhöhung vorgenommen.
Die durchschnittlichen Gebühren bzw. Preise je Wohneinheit gestalten sich in den neuen Bundesländern wie folgt (Angaben in €/Monat netto)
Prozentual ist bei dem Wohneinheitenmaßstab im Jahr 2024 ein Anstieg der Gebühren/Preise von etwa 6,5 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen. Insgesamt haben rund 33 Prozent aller WVU, die den Wohneinheitenmaßstab anwenden, ihre Gebühren/Preise im Vergleich zum Vorjahr erhöht.
Fazit
Die Wassergebühren und -entgelte sind besonders in den letzten zwei Jahren deutlich angestiegen. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zu nennen sind einerseits stark gestiegene Beschaffungs-, Personal- und Instandhaltungskosten sowie andererseits stark gestiegene Strompreise.
Nach unserer Einschätzung ist zu erwarten, dass die WVU – aufgrund der im Markt weiter vorherrschenden Unsicherheiten – weiterhin mit kurzen zeitlichen Abständen bei der Anpassung ihrer Gebühren und Preise auf die allgemeine Kostenentwicklungen reagieren werden.
Für eine Einschätzung, in welchem Rahmen Preis- oder Gebührenerhöhungen je nach Region akzeptabel sind, wird sich der Forvis Mazars Preismonitor Wasser auch weiterhin als hilfreich erweisen.
Dies ist ein Beitrag aus unserem Public Sector Newsletter 2-2024. Die gesamte Ausgabe finden Sie hier. Sie können diesen Newsletter auch abonnieren und erhalten die aktuelle Ausgabe direkt zum Erscheinungstermin.
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