Preisturbulenzen am Altpapiermarkt

Im Jahr 2020 waren die Altpapierpreise für Massensorten sehr starken Schwankungen unterworfen. Gegenwärtig steigen die Papierpreise infolge der starken Nachfrage aus der Verpackungsindustrie und sinkender Erfassungsmengen wieder erheblich an. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Entwicklung beispielsweise anhand der von EUWID monatlich veröffentlichten absoluten Preisveränderungen für die Sorte „1.02 Gemischte Ballen“.
Preisturbulenzen am Altpapiermarkt

Für die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger erschweren diese Preisturbulenzen eine Prognose der Verwertungserlöse, die u. a. für die Ermittlung der gebührenfähigen Kosten im Rahmen der Abfallgebührenkalkulation erforderlich ist. Derartige Preisveränderungen können zu erheblichen Kostenüberdeckungen oder Kostenunterdeckungen führen. Sind die Abfallgebühren ausschließlich aufwandsdeckend kalkuliert, können entstehende Kostenunterdeckungen Liquiditätsprobleme nach sich ziehen.

Inwieweit aus den Preisveränderungen Chancen und Risiken für den Mitbenutzungsanteil der dualen Systeme resultieren, hängt von den in den Abstimmungsvereinbarungen zwischen dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger und den dualen Systemen diesbezüglich getroffenen Vereinbarungen ab. Geregelt ist die Verwertung des PPK in § 22 Abs. 4 S. 6–8 VerpackG. Ungeachtet dessen oder gerade deswegen werden steigende Altpapierpreise zu erneuten Diskussionen zwischen den Vertragspartnern zur Höhe der Erlösbeteiligung oder ggf. zur Herausgabe des Masseanteils führen.

Wir beraten bei der Erstellung von Abfallgebührenkalkulationen und unterstützen kommunale Aufgabenträger bei Verhandlungen mit den dualen Systemen. Besonders relevant ist dabei die Kalkulation der Kosten als Grundlage für die Bestimmung des Mitbenutzungsentgelts.

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