Kapitalströme und Investitionen verlagern, um wirtschaftliche Risiken zu mindern
Die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen in allen Bereichen erhöhen, ist nach wie vor hoch, jedoch mit einem leichten Rückgang (um sieben Prozentpunkte von 69 % auf 62 %) – ein Hinweis auf eine vorsichtigere Herangehensweise. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Investitionen zunehmend von langfristig ausgerichteten Bereichen wie Personal, Nachhaltigkeit und Markenaufbau hin zu unmittelbar wirksamen Stabilisierungsmaßnahmen und wesentlichen Faktoren wie dem Supply Chain-Management verschoben werden, um auf die aktuellen Umbrüche zu reagieren. Diese pragmatische Haltung zeigt sich auch in den Wachstumsstrategien: Strategische Allianzen und Joint Ventures haben Private Equity knapp als bevorzugten Weg zu Skalierung und Finanzierung überholt. Die weiterhin hohe Bedeutung beider Optionen verdeutlicht jedoch den Bedarf nach Flexibilität, Risikoteilung und Zugang zu Kompetenzen – im Vergleich zu einem rein bilanzgetriebenen Wachstum.
Bemerkenswert ist zudem, dass mehr als die Hälfte der Führungskräfte (über alle Regionen hinweg) in den vergangenen sechs Monaten ihre Ressourcen infolge geopolitischer Entwicklungen diversifiziert hat. Demgegenüber hat nur rund ein Viertel Maßnahmen wie Friendshoring, Offshoring oder Nearshoring eingeführt oder vorangetrieben. Gleichzeitig werden steigende Kosten zunehmend an Kund*innen weitergegeben, während weniger Unternehmen diese selbst tragen – ein Test für Preissetzungsspielräume und Markenloyalität.
Operatives Geschäft, Handel und Expansion neu ausrichten, um Marktchancen zu nutzen
Führungskräfte auf C-Level gestalten ihre Geschäftspläne und Handelsbeziehungen neu. Die vermehrten Aktivitäten in diesem Bereich untermauern die zu Jahresbeginn definierten Expansionspläne, wobei der Schwerpunkt nun stärker auf der Diversifizierung der Zielmärkte liegt. Unternehmen setzen verstärkt auf Expansion in ihrer näheren Umgebung – sowohl im eigenen Land als auch in benachbarten Märkten. Gleichzeitig zählen der Großraum China, Lateinamerika und Australien/Asien-Pazifik zu den wichtigsten Zielregionen für den Ausbau von Handelsaktivitäten. Als einziger Markt, der das Interesse aller benachbarten und weiter entfernten Regionen auf sich zieht, sticht zudem Mittel- und Osteuropa hervor.
KI tritt in die Phase messbarer Ergebnisse ein – und macht den Unterschied zwischen Anspruch und Wirkung sichtbar
Unternehmen können jetzt den konkreten Nutzen ihrer KI-Investitionen sowie deren spezifisches Ausmaß nachweisen. Insgesamt ist das vor dem aktuellen Hintergrund ein positives Signal: Führungskräfte beginnen damit, ihre Methoden zur Messung des Transformationserfolgs und der Bewertung konkreter Anwendungsfälle zu verfeinern – vom ursprünglichen Anspruch bis zu messbaren Ergebnissen. Dabei rücken externe Effekte wie Produktivitätsgewinne und Kundenzufriedenheit stärker in den Fokus, während interne Initiativen zur Nutzung und Einführung, die vor sechs Monaten noch im Mittelpunkt standen, an Bedeutung verlieren. Das C-Level strebt nach wie vor bessere Entscheidungsprozesse und Wettbewerbsvorteile durch Transformation an, verlässt sich dabei jedoch nicht mehr auf eine einzige Strategie.




