Digitale Souveränität: Warum Unternehmen jetzt Entscheidungsgewalt zurückgewinnen müssen
Eine digitale und somit auch Daten- und KI-Souveränität entsteht durch bewusste Entscheidungen, klare Strukturen und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Abhängigkeiten. Das aktuelle Problem für viele Unternehmen: Mit dem Siegeszug der sogenannten „Hyperscaler“ – also großer Cloud‑Anbieter, die weltweit Rechenzentren betreiben – ist die Nutzung digitaler Technologien komfortabler denn je. Unternehmen beziehen hochskalierbare Infrastruktur, Plattformen und KI‑Dienste auf Knopfdruck – oft günstiger, sicherer und leistungsfähiger als in einem eigenen Rechenzentrum.
Das ist zwar praktisch, hat aber seinen Preis: Verantwortliche können schnell den Überblick der dahinterliegenden technischen Wertschöpfungsketten verlieren. Häufig ist unklar, wo genau Daten verarbeitet werden oder welche Sub-Dienstleister Einsicht hierin erhalten. Dazu kommen Gesetze wie der Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA), der US-Behörden Zugriff auf Daten von Unternehmen ermöglicht, die in Rechenzentren US-amerikanischer Anbieter liegen.
Warum Compliance noch keine Sicherheit bedeutet
Die meisten großen Cloud- und KI-Anbieter stellen umfangreiche Zertifizierungen und Compliance-Artefakte zur Verfügung, die Unternehmen formal dabei unterstützen, die Vorgaben aus der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), dem EU AI Act, NIS2 oder weiteren branchenspezifischen Regelwerken zu erfüllen. Compliance lässt sich dadurch auch vergleichsweise effizient herstellen. Genau hier entsteht allerdings die Lücke zwischen formaler Compliance und tatsächlicher Daten-Souveränität, denn Letztere setzt deutlich mehr voraus.
Das lässt sich auch als „Ausbaustufen“ digitaler Souveränität verstehen: Am Anfang steht die reine Datensouveränität – also die Kontrolle darüber, wo Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Darauf aufbauend folgt die KI-Souveränität, bei der Unternehmen zusätzlich verstehen und steuern, wie Modelle funktionieren und mit welchen Daten sie trainiert werden. Noch einen Schritt weiter geht die Cloud-Souveränität, die Infrastruktur, Betrieb und rechtliche Bestimmungen einbezieht. Digitale Souveränität im engeren Sinne umfasst schließlich alle diese Ebenen zusammen – also die Fähigkeit, digitale Technologien strategisch selbstbestimmt einzusetzen.
Unternehmen müssen dafür kontrollieren können,
- welche ihrer Daten zu welchen Zwecken extern verarbeitet werden,
- wo diese Daten gespeichert werden und welchem Rechtsrahmen sie unterliegen,
- wer Zugriff auf Systeme, Modelle und Infrastruktur erhält,
- wie die KI-Modelle, mit denen sie arbeiten, trainiert und betrieben werden sowie
- wo die Daten landen können, die sie in die jeweiligen KI-Modelle einspeisen.
Daten-Souveränität: Aufbau und Fokus
Wieso europäische Rahmenwerke an Bedeutung gewinnen
Mit dem Cloud Sovereignty-Framework hat die EU-Kommission einen Bewertungsrahmen geschaffen, der Daten-Souveränität messbar macht. Er betrachtet nicht nur den Ort der Datenverarbeitung, sondern die gesamte digitale Wertschöpfungskette – von Verträgen über Governance bis hin zur eingesetzten Hardware. Ergänzt wird dieser Ansatz durch Initiativen wie den sogenannten „Eurostack“: ein multidisziplinäres Projekt von Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Technologie, die darauf abzielt, zentrale digitale Infrastrukturen in Europa unabhängiger und resilienter zu gestalten.
Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, Abhängigkeiten zu reduzieren und Mindestanforderungen für die Nutzung digitaler Dienste zu definieren. Diese Regelwerke ersetzen jedoch keine eigene Bewertung des individuellen Risikoprofils. Hierbei stehen Ihnen unsere Expert*innen zur Seite.
Unser Ansatz – strukturiert, multidisziplinär und risikoorientiert
Als interdisziplinäres Team verbinden wir regulatorische Expertise mit technischem Verständnis und langjähriger Erfahrung im Umgang mit komplexen digitalen Risiken. Wir helfen Ihnen dabei, Transparenz zu schaffen, Risiken realistisch zu bewerten sowie Maßnahmen abzuleiten.
Unser Ansatz umfasst:
- die Einordnung von Abhängigkeiten sowie die Analyse technischer, organisatorischer und rechtlicher Verflechtungen,
- die Bewertung der bestehenden Strukturen, inklusive Reifegrad, Risiken, Prioritäten und regulatorischer Relevanz,
- die Entwicklung eines individuellen Souveränitätszielbildes sowie
- die Schaffung einer konsistenten Entscheidungsgrundlage, mit klaren Empfehlungen, welche Handlungsoptionen kurzfristig, mittelfristig und strukturell notwendig sind.
Unsere Lösungen – modular, skalierbar und auf Ihre Situation zugeschnitten
Wir identifizieren die Maßnahmen, die zu Ihrem Unternehmen passen und sich mit angemessenem Aufwand umsetzen lassen. So stärken Sie Ihre Datensicherheit gezielt und schaffen die Grundlage für souveräne digitale Entscheidungen. Dabei gehen wir wie folgt vor.
Souveränitäts-Quick-Scan
Im ersten Schritt verschaffen wir uns einen fundierten Überblick über Ihren aktuellen Stand, indem wir
- den Reifegrad Ihrer digitalen Infrastruktur bewerten,
- die zentralen Risiken für Ihr Unternehmen analysieren,
- prüfen, welche regulatorischen Vorgaben Sie konkret betreffen, und
- ein kompaktes Management-Summary mit klaren Prioritäten für die nächsten Schritte erstellen.
Regulatory Mapping und Gap-Analyse
Im Anschluss ordnen wir Ihre Anforderungen ein und machen Handlungsbedarfe sichtbar:
- Wir berücksichtigen DSGVO, KI-Verordnung, Data Act, NIS2 sowie branchenspezifische Vorgaben.
- Wir zeigen Überschneidungen und Synergien auf, um Aufwände sinnvoll zu bündeln.
- Wir leiten konkrete Handlungsfelder ab, die Ihnen Orientierung geben.
Provider- und Infrastruktur-Due-Diligence
Zudem unterstützen wir Sie bei der Bewertung externer Anbieter und technischer Komponenten:
- Wir bewerten Hyperscaler und KI-Anbieter im Hinblick auf Sicherheit, Compliance und Stabilität.
- Wir analysieren Risiken aus Rechtsräumen, Sub-Prozessoren und technischen Abhängigkeiten.
- Wir prüfen Verträge einschließlich möglicher Exit-Szenarien, um Abhängigkeiten zu vermeiden.
Architektur- und Sicherheitskonzepte
Im nächsten Schritt entwickeln wir Konzepte für Ihr Unternehmen, die tragfähig, sicher und zukunftsfähig sind, u. a.
- gestalten wir Multi- und Hybrid-Cloud-Architekturen passend zu Ihrem Betriebsmodell,
- definieren wir Sovereign Controls und Zonierungsmodelle für sensible Daten und
- entwickeln wir Kryptografie-Strategien wie Bring Your Own Key (BYOK) und Hold Your Own Key (HYOK).
KI-Lifecycle-Governance
Wir schaffen klare Strukturen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI, indem wir
- Kontrollen für Training, Betrieb, Anpassung und Abschaltung von Modellen etablieren,
- Sie bei notwendigen Dokumentationen entlang regulatorischer Vorgaben unterstützen und
- Richtlinien entwickeln, die Modell- und Datenzugriffe nachvollziehbar steuern.
Krisenvorbereitung und Resilienz
Wir stärken Ihre Handlungsfähigkeit in kritischen Situationen:
- Wir analysieren geopolitische und technische Risiken, die Ihre digitale Souveränität beeinflussen.
- Wir erstellen Krisenpläne, Incident-Playbooks und Business Continuity-Konzepte.
- Wir bereiten Sie auf Provider-Ausfälle und Cyberangriffe vor.
Begleitende Transformation zu gesteigerter Digitaler Souveränität
Wir unterstützen Sie auf dem Weg von der Strategie in die Umsetzung:
- Wir übernehmen Projekt- und Programm-Management für eine strukturierte Realisierung.
- Wir begleiten Ihre Teams durch gezieltes Change Management und praxisnahe Schulungen.
- Wir helfen Ihnen, die Zielarchitektur nachhaltig zu verankern – einschließlich der gezielten Umgestaltung Ihrer digitalen Lieferkette, von der Überprüfung und Anpassung bestehender Verträge über die Neuverhandlung von Leistungsbeziehungen bis hin zum Austausch von Anbietern, wo dies strategisch sinnvoll ist.
Ihr Vorteil – Souveränität als Wettbewerbsvorteil
Wer seine digitale Souveränität aktiv gestaltet, gewinnt echte strategische Kontrolle, reduziert Abhängigkeiten, stärkt die eigene Resilienz und schafft Klarheit in einem Umfeld, das sich technisch wie regulatorisch permanent verändert. Unsere Expert*innen begleiten Sie dabei mit einem pragmatischen, multidisziplinären Ansatz, der auf realistische Maßnahmen, effiziente Umsetzung und langfristige Stabilität ausgerichtet ist.
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