Forvis Mazars Preismonitor Wasser 2026: Gebühren- und Preisentwicklungen der Trinkwasserversorgung in den neuen Bundesländern

Die Gebühren- und Preissteigerungen der Wasserversorgungsunternehmen (WVU) sind seit Beginn des Ukrainekriegs im Jahr 2022 überdurchschnittlich hoch ausgefallen und dieser Trend setzt sich weiterhin fort. Zusätzliche Unsicherheiten durch die Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten verstärken diese Effekte weiter.

Auch im Jahr 2026 konnten erneut deutliche Preis- und Gebührenerhöhungen beobachtet werden.

Zur Analyse der Preisentwicklungen in der Trinkwasserversorgung der neuen Bundesländer wurden insgesamt 285 frei zugängliche Datensätze jeweils für die Jahre 2019 bis 2026 ausgewertet (Stand: März 2026).

Preis- und Gebührenanpassungen

Im Vergleich zum Vorjahr wurde festgestellt, dass rund 32 % der WVU im aktuellen Jahr eine Preis- oder Gebührenerhöhung vorgenommen haben. Damit liegt der Anteil etwa auf dem Niveau von 2025 (30 %) und 2024 (38 %). Vor dem Jahr 2023 lag die Quote der Anpassungen noch bei rund 15 %.

Die Gebühren- und Preissteigerungen in den neuen Bundesländern unter Annahme des „Typfall 1“ der sächsischen Kartellbehörde, lagen im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich bei ca. 4 % (Vj.: ca. 5 %).

Der hier dargestellte Typfall besteht aus einer fiktiven Wohnung mit einem Zähler Q3 = 4 bzw. einer Wohneinheit als Grundgebühr-/ Grundpreismaßstab und einem Verbrauch von 65m³ pro Jahr.

In Sachsen, sowie in Mecklenburg-Vorpommern kam es jedoch zu Abweichungen. Während die Gebühren- und Preissteigerungen in Mecklenburg-Vorpommern lediglich rund 0,5 % betrugen, stiegen die Gebühren und Preise im Vergleich zum Vorjahr in Sachsen um rund 7,8 % an.

Viele WVU setzen nun offensichtlich auf kürzere Kalkulationszeiträume, um mögliche Entwicklungen des Umfelds besser antizipieren zu können.

Mengenpreise und -Gebühren

Rund 31 % der Wasserversorger in den neuen Bundesländern haben ihre Mengengebühren bzw. -preise im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Im Durchschnitt stiegen die Gebühren und privatrechtlichen Entgelte um 7 Cent/m³. Sofern eine Erhöhung vorgenommen wurde, lag diese im Mittel bei etwa 27 Cent/m³. Im Jahr 2022 betrug diese durchschnittliche Erhöhung noch 13 Cent/m³.

Die höchsten durchschnittlichen Mengengebühren werden derzeit in Thüringen mit etwa 2,33 €/m³ verzeichnet. Die niedrigsten Werte finden sich in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 1,72 €/m³.

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Grundpreise und -Gebühren

Nach Auswertung des Forvis Mazars Preismonitors Wasser für das Jahr 2026 bleibt die Größe der Wasserzähler der gebräuchlichste Maßstab für die (teilweise) Refinanzierung der Vorhaltekosten der Wasserversorgung.

Die folgende Grafik zeigt die durchschnittliche Grundpreis- bzw. Grundgebührenhöhe für die Wasserzähler Q3 = 4 in den neuen Bundesländern (Angaben in €/Monat netto):

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Für das Jahr 2026 ergibt sich auf Basis des Zählermaßstabs ein durchschnittlicher Anstieg der Grundpreise bzw. Grundgebühren von rund 5,2 % gegenüber dem Vorjahr. Etwa 21 % der WVU haben in diesem Bereich Anpassungen vorgenommen.

Die durchschnittlichen Grundgebühren bzw. -preise je Wohneinheit gestalten sich in den neuen Bundesländern wie folgt (Angaben in €/Monat netto):

Bild2.png

Bei Anwendung des Wohneinheitenmaßstabs liegt der durchschnittliche Anstieg im Jahr 2026 bei etwa 5 %. Insgesamt haben rund 31 % der WVU ihre entsprechenden Gebühren bzw. Preise gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Fazit

Die Wassergebühren und -entgelte steigen weiterhin stark an. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Neben gestiegenen Beschaffungs-, Personal- und Instandhaltungskosten wirken sich insbesondere erhöhte Energiepreise aus.

Angesichts der weiterhin unsicheren Rahmenbedingungen ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.

Es ist zu erwarten, dass die WVU ihre Gebühren und Preise auch künftig in kürzeren Abständen anpassen werden, um auf Kostenveränderungen reagieren zu können.

Für die Bewertung, in welchem Umfang Preis- oder Gebührenerhöhungen regional angemessen sind, bietet der Forvis Mazars Preismonitor Wasser weiterhin eine hilfreiche Orientierung.

 

Autoren: Stephan Gotsch, Stefan Dreßler

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